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Fahrrad-Ambulanzen

Besonders in Ugandas ländlichen Regionen haben viele Menschen nur eingeschränkt Zugang zur Gesundheitsversorgung. Viele Dörfer sind weit vom nächsten Krankenhaus entfernt. Um die grundlegende Versorgung und Beratung der Bevölkerung sicherzustellen, sollte theoretisch jedes Dorf mindestens einen Freiwilligen Gesundheitsbeauftragten haben, der beispielsweise Malariamedikamente verteilt, kleinere Verletzungen verarztet oder Patienten berät und bei Bedarf ans nächste Krankenhaus verweist.

Diese Gesundheitsbeauftragten existieren jedoch oftmals nur auf dem Papier. Die Versorgung mit Medikamenten ist nicht gewährleistet und die Ausbildung mangelhaft. Da sie Hausbesuche meist zu Fuß abwickeln sind sie langsam und können weiter entfernte Haushalte erst gar nicht besuchen.

FABIO hilft diesen Gesundheitsbeauftragten ein eigenes Fahrrad besitzen und verbindet dies mit einer Fortbildungen in Kooperation mit dem Roten Kreuz an. Dazu bietet FABIO ein Training an, in dem wir den Fahrradempfängern zeigen, wie sie ihr Fahrrad zur Einkommensgenerierung nutzen können, und mit dem so generierten Geld die monatlichen Raten abbezahlen können.

Gesundheitsbeauftragte, die im Rahmen unseres aktuellen Projektes ein Fahrrad erhielten berichten, dass sie ihrer Aufgabe seitdem motivierter nachgehen, da ihre soziale Stellung innerhalb der Dorfgemeinschaft durch das Fahrrad zum Ausdruck gebracht wird. Zudem sparen sie das Geld, das sie bisher bei entlegenen Hausbesuchen für Motorrad/ Fahrradtaxis ausgegeben haben. Weiterhin berichteten sie, dass sie durch das Fahrrad mehr Häuser in kürzer Zeit besuchen, und regelmäßig neue Medikamente vom Krankenhaus abholen können.

Oft ist es jedoch auch nötig, Patienten direkt im Krankenhaus zu behandeln, wo ausgebildete Ärzte, mehr Medikamente und Labore vorhanden sind. Da die Straßen oft nicht für motorisierte Fahrzeuge zugänglich sind, und die wenigsten Krankenhäuser eigene Krankenwagen haben, werden die Patienten häufig auf dem Gepäckträger ins Krankenhaus transportiert. Gerade bei Bewusstlosen, Schwangeren oder kleinen Kindern mit Krämpfen ist dies jedoch nicht ohne weiteres möglich.

Die Kindersterblichkeit in Uganda liegt mit 61/1000 Lebendgeborenen sehr hoch! Im Vergleich: Deutschland  3,5/1000 Lebendgeburten. Das von der UNO gesetzte Millenium Development Goal MDG 5a die  Rate bis 2015 um 75% zu senken wird nicht erreicht und auch die Prognose für 2020 sieht schlecht aus. Um diesen Zustand zu ändern hat FABIO - in Kooperation mit der UNO, dem Roten Kreuz (Uganda Red Cross) und dem Gesundheitsministerium - ein Projekt mit Fahrrad-Ambulanzen ins Leben gerufen. Ein adäquater Transport hochschwangerer Frauen in eine entsprechende Klinik ist Kern des Projekts - ein Fahrrad mit speziell angefertigtem Anhänger hilft täglich Leben zu retten: das der Kinder und das der Mütter!

Die Anhänger werden in unserer Werkstatt gebaut und dann an Kliniken, Gemeinden oder andere interessierte Projekte ausgegeben. Ausgehend von einer einfachen Konstruktion werden wir das perfekte Ambulanz-Modell entwickeln und so dazu beitragen Leben zu retten!

Die Ambulanzen werden an öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Gemeindezentren oder Krankenhäusern stationiert, und beispielsweise von Frauengruppen verwaltet. Der Einsatz von Fahrradambulanzen ermöglicht um schwangeren Frauen eine Geburt im Krankenhaus, und senkt so die Sterberate von Neugeborenen und Müttern erheblich.